Manche Eingriffe gehen über eine normale Zahnbehandlung hinaus: Weisheitszähne, die im Kiefer festsitzen, Entzündungen an der Wurzelspitze, Zysten oder zu wenig Knochen für ein Implantat. Diese Eingriffe führen wir in der Ordination in örtlicher Betäubung durch. Vorher planen wir sie genau, bei Bedarf mit einer 3D-Aufnahme, damit wir Nerven, Kieferhöhle und Nachbarzähne kennen.
Unsere Eingriffe im Überblick
- Implantate, auch schablonengeführt nach digitaler 3D-Planung
- Knochenaufbau: Sinuslift, Osseokondensation nach Summers, Bone Splitting und Bone Spreading, Socket Preservation
- Weisheitszahnentfernung, auch bei verlagerten und tief liegenden Zähnen
- Wurzelspitzenresektion, um einen entzündeten Zahn zu erhalten
- Zystenentfernung im Kiefer
- Zahnentfernungen, auch bei schwierigen Wurzelverhältnissen
Weisheitszähne entfernen
Weisheitszähne brechen oft erst im jungen Erwachsenenalter durch, manchmal nur teilweise oder gar nicht. Nicht jeder Weisheitszahn muss raus. Eine Entfernung ist sinnvoll, wenn:
- sich das Zahnfleisch um den Zahn wiederholt entzündet
- der Zahn schief liegt und den Nachbarzahn bedrängt oder schädigt
- Karies am Weisheitszahn oder am Nachbarzahn entsteht, die sich nicht gut behandeln lässt
- sich um die Zahnkrone eine Zyste bildet
- vor einer Zahnspange oder Alignertherapie Platz geschaffen werden muss
Vor dem Eingriff zeigt das Röntgenbild, bei tief liegenden Zähnen die 3D-Aufnahme, wie nah die Wurzeln am Nerv im Unterkiefer liegen. Der Eingriff dauert je nach Lage etwa 20 bis 45 Minuten pro Zahn. Die Entfernung von Weisheitszähnen ist in der Regel eine Kassenleistung.
Knochenaufbau
Nach einem Zahnverlust baut sich der Kieferknochen mit der Zeit ab. Für ein Implantat braucht es aber genug Knochen in Höhe und Breite. Fehlt er, wird er aufgebaut, mit eigenem Knochen, Knochenersatzmaterial oder beidem. Kleine Aufbauten erfolgen in der Regel im selben Eingriff wie das Implantat, größere einige Monate davor. Welches Verfahren passt, hängt davon ab, wo und wie viel Knochen fehlt.
Socket Preservation
Wird ein Zahn entfernt, füllen wir das leere Zahnfach mit Knochenersatzmaterial und decken es ab. Das bremst den Knochenabbau und erhält die Form des Kiefers. Ein späteres Implantat ist dann oft ohne größeren Aufbau möglich.
Sinuslift
Im Oberkiefer-Seitenzahnbereich liegt die Kieferhöhle oft nah über den Zahnwurzeln. Fehlt dort Knochenhöhe, wird der Boden der Kieferhöhle vorsichtig angehoben und der gewonnene Raum mit Knochenmaterial gefüllt. Bei geringem Bedarf geht das über das Bohrloch des Implantats (interner Sinuslift), bei größerem über einen kleinen seitlichen Zugang (externer Sinuslift).
Osseokondensation nach Summers
Bei weichem Knochen oder geringer Knochenhöhe im Oberkiefer wird der Knochen nicht weggebohrt, sondern mit speziellen Instrumenten (Osteotomen) schrittweise verdichtet und zur Seite gedrängt. So entsteht ein festeres Lager für das Implantat, und der Kieferhöhlenboden kann dabei sanft angehoben werden.
Bone Splitting und Bone Spreading
Ist der Kieferkamm zu schmal, wird er der Länge nach vorsichtig gespalten (Splitting) oder mit feinen Instrumenten aufgedehnt (Spreading). In den entstandenen Spalt kommen das Implantat und bei Bedarf Knochenersatzmaterial. Oft lässt sich so ein separater Knochenaufbau vermeiden.
Knochenaufbau ist eine Privatleistung. Die Kosten stehen im Kostenvoranschlag für das Implantat.
Wurzelspitzenresektion
Bleibt nach einer Wurzelbehandlung eine Entzündung an der Wurzelspitze bestehen, kann der Zahn oft trotzdem erhalten werden. Über einen kleinen Zugang durch das Zahnfleisch wird die Wurzelspitze mit dem entzündeten Gewebe entfernt und das Wurzelende dicht verschlossen. Der Knochen heilt danach in den folgenden Monaten nach. Mit der Wurzelspitzenresektion lässt sich ein Zahn oft noch erhalten, wenn andere Wege ausgeschöpft sind.
Zystenentfernung
Zysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Kiefer, etwa an der Wurzelspitze eines abgestorbenen Zahns oder um einen nicht durchgebrochenen Weisheitszahn. Sie wachsen langsam, verursachen oft lange keine Beschwerden und fallen oft zufällig auf dem Röntgenbild auf. Unbehandelt können sie den Knochen schwächen und Zähne verdrängen. Wir entfernen die Zyste vollständig. Das Gewebe wird in der Regel feingeweblich untersucht.
Betäubung
Alle Eingriffe führen wir in örtlicher Betäubung durch. Sie sind dabei wach, spüren aber keinen Schmerz, sondern allenfalls Druck oder Vibration. Eine Vollnarkose bieten wir nicht an. Wenn Sie vor dem Eingriff angespannt sind, sagen Sie es uns. Wir nehmen uns Zeit, erklären jeden Schritt und machen Pausen, wann Sie wollen. Angst vor dem Zahnarzt
Vor dem Eingriff
- Normal essen, aber nicht direkt vor dem Termin eine große Mahlzeit
- Medikamente wie gewohnt nehmen. Blutverdünner und Medikamente gegen Osteoporose bitte unbedingt vorher melden.
- Für die Heimfahrt nach größeren Eingriffen möglichst eine Begleitung organisieren
- Rauchen möglichst schon einige Tage vorher reduzieren, das verbessert die Wundheilung
Nach dem Eingriff
- In den ersten Stunden von außen kühlen, mit Pausen
- Erst essen, wenn die Betäubung nachgelassen hat, dann weiche und lauwarme Kost
- Am ersten Tag nicht spülen, danach vorsichtig
- Zähne putzen wie gewohnt, die Wunde aber aussparen
- Nicht rauchen, kein Alkohol, kein Kaffee am ersten Tag
- Sport und Sauna für etwa eine Woche pausieren
- Schwellung und leichte Schmerzen sind zwei bis drei Tage normal. Dagegen hilft das Schmerzmittel, das wir Ihnen empfehlen.
- Die Nähte entfernen wir nach sieben bis zehn Tagen.
Bei starker Nachblutung, Fieber oder zunehmender Schwellung nach dem dritten Tag rufen Sie uns an. Außerhalb der Ordinationszeiten: Notdienst.
Häufige Fragen
Kann ich nach dem Eingriff arbeiten?
Nach einer einfachen Zahnentfernung in der Regel am nächsten Tag. Nach Weisheitszähnen oder Knochenaufbau planen Sie zwei bis drei Tage Ruhe ein. Eine Krankmeldung stellt Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt aus.
Gibt es eine Vollnarkose?
Nein. Wir behandeln in örtlicher Betäubung. Sie spüren keinen Schmerz, und wir passen das Tempo an Sie an.
Wird der Eingriff vorher geplant?
Ja. Bei Weisheitszähnen, Implantaten und Knochenaufbau machen wir bei Bedarf eine 3D-Aufnahme im Haus und besprechen den Ablauf mit Ihnen.
Was kostet das?
Zahnentfernungen und Weisheitszähne sind in der Regel Kassenleistungen. Implantate und Knochenaufbau sind Privatleistungen; Sie erhalten vorher einen schriftlichen Kostenvoranschlag.
Wie lange dauert die Heilung?
Die Schleimhaut ist nach ein bis zwei Wochen verheilt. Der Knochen braucht einige Monate, nach Knochenaufbau in der Regel drei bis sechs Monate, bevor ein Implantat belastet werden kann.
