Ein Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, in der Regel aus Titan, die im Kieferknochen einheilt. Darauf kommt eine Krone, eine Brücke oder eine Halterung für eine Prothese. Dr. Florian Eder hat den postgraduellen Master of Science in Implantologie und Parodontologie abgeschlossen und setzt seit 2016 Implantate. Seit 2020 führt er die Ordination in Neufeld, von der 3D-Planung über den Zahnersatz bis zur Nachsorge bleibt alles in einer Hand.
Was ein Implantat kann
- Fest und stabil: Das Implantat ist fest im Knochen verankert. Sie können kauen, sprechen und lachen wie mit eigenen Zähnen.
- Schont Nachbarzähne: Anders als bei einer Brücke müssen gesunde Nachbarzähne nicht beschliffen werden.
- Erhält den Knochen: Das Implantat belastet den Kiefer beim Kauen und bremst so den Knochenabbau nach Zahnverlust.
- Halt für Prothesen: Schon wenige Implantate geben einer Prothese sicheren Halt, ohne Haftcreme.

Wann ein Implantat infrage kommt
- Einzelzahnlücke: Das Implantat ersetzt den fehlenden Zahn, die Nachbarzähne bleiben unberührt.
- Mehrere fehlende Zähne: Implantate tragen eine Brücke, auch wenn hinten kein eigener Zahn mehr steht.
- Zahnloser Kiefer: Implantate halten eine Prothese oder eine feste Brücke.
Sofortimplantat und Sofortversorgung
Muss ein Zahn entfernt werden, kann das Implantat oft im selben Termin gesetzt werden: direkt in das frische Zahnfach. Das nennt man Sofortimplantat. Die Wartezeit nach der Zahnentfernung entfällt, und der Knochen bleibt besser erhalten. Voraussetzung sind genug gesunder Knochen und keine akute Entzündung. Ob das bei Ihnen möglich ist, sehen wir auf der 3D-Aufnahme.
Mit der Sofortversorgung bekommen Sie gleich am Tag des Eingriffs neue Zähne. Unsere hauseigene Zahntechnik fertigt dafür festsitzenden oder abnehmbaren Zahnersatz, vom einzelnen Zahn bis zur Versorgung des ganzen Kiefers.
Bei uns gehen Sie nie ohne Zähne nach Hause. Ob Sofortimplantat oder klassischer Ablauf: In jeder Phase der Behandlung tragen Sie Zähne, mit denen Sie sich unter Menschen wohlfühlen.
Voraussetzungen
- Genug Knochen in Höhe und Breite, oder die Möglichkeit, ihn aufzubauen
- Gesundes Zahnfleisch: Eine Parodontitis behandeln wir vorher
- Gute Mundhygiene, denn auch Implantate brauchen Pflege
- Allgemeine Gesundheit: Bestimmte Erkrankungen und Medikamente, etwa ein schlecht eingestellter Diabetes oder Medikamente gegen Osteoporose, müssen wir vorher kennen. Rauchen erhöht das Risiko, dass ein Implantat nicht einheilt.
So läuft die Behandlung ab
Der klassische Ablauf, wenn vorher noch ein Zahn entfernt werden muss:
- Start
Beratung, Untersuchung und 3D-Aufnahme im Haus. Wir planen das Implantat am Computer und besprechen Plan und Kosten mit Ihnen. Sie erhalten einen schriftlichen Kostenvoranschlag. - Zahnentfernung
Der Zahn wird schonend entfernt, oft füllen wir das Zahnfach gleich mit Knochenersatzmaterial auf (Socket Preservation). Sie bekommen ein Provisorium. - ca. 2 Monate
Der Knochen heilt ab. - Implantation
Eine Bohrschablone aus unserem Praxislabor führt das Implantat genau an die geplante Stelle. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung und dauert für ein einzelnes Implantat in der Regel unter einer Stunde. - ca. 2 Monate
Das Implantat verwächst fest mit dem Knochen (Osseointegration). In dieser Zeit tragen Sie Ihr Provisorium. - Neuer Zahn
Nach einem digitalen Scan fertigt unsere Zahntechnik die Krone, Brücke oder Prothese. Sie wird auf dem Implantat befestigt. - Danach
Regelmäßige Kontrollen und Mundhygiene, in der Regel zweimal im Jahr.
Bei einem Sofortimplantat entfallen die zwei Monate nach der Zahnentfernung. Ist ein größerer Knochenaufbau nötig, verlängern sich die Heilungszeiten.
Wenn Knochen fehlt
Je nach Situation setzen wir Socket Preservation, Sinuslift, Osseokondensation nach Summers oder Bone Splitting und Bone Spreading ein. Was hinter diesen Verfahren steckt, erklären wir auf der Seite Orale Chirurgie und Knochenaufbau.
Gut kauen, in jedem Alter
Man ist nie zu alt, um gut kauen und uneingeschränkt essen zu können. Essen ist ein Grundbedürfnis und ein großes Stück Lebensqualität. Es soll auch im hohen Alter nicht an einer lockeren Prothese scheitern. Gerade für ältere Menschen ist eine gute Ernährung besonders wichtig:
- Fehlende Zähne erhöhen das Risiko für Mangelernährung. Ältere Menschen ohne eigene Zähne oder ohne ausreichend funktionsfähiges Gebiss sind laut einer systematischen Übersichtsarbeit mit Metaanalyse um rund 21 % häufiger mangelernährt oder davon bedroht.
- Wer schlecht kaut, isst einseitiger. Obst, Gemüse, Vollkorn und Fleisch werden oft gemieden, weil sie schwer zu kauen sind. Genau diese Lebensmittel liefern Eiweiß, Ballaststoffe und Vitamine.
- Mangelernährung hat ernste Folgen. Sie fördert Muskelabbau und Gebrechlichkeit, schwächt die Abwehr, verzögert die Wundheilung, verlängert Spitalsaufenthalte und erhöht die Sterblichkeit. Die europäische Fachgesellschaft für klinische Ernährung (ESPEN) empfiehlt deshalb, bei älteren Menschen regelmäßig auf den Ernährungszustand zu achten.
- Implantate verbessern das Kauen deutlich. Für den zahnlosen Unterkiefer gilt eine Prothese auf zwei Implantaten seit den internationalen Konsensuskonferenzen von McGill (2002) und York (2009) als Mindeststandard, der zuerst angeboten werden soll. Sie sitzt fest, verbessert das Kauen und die Lebensqualität im Vergleich zur herkömmlichen Prothese.
Feste Zähne sind die Grundlage, damit Sie wieder alles essen können. Für eine gute Ernährung braucht es dazu eine ausgewogene Kost. Wir beraten Sie gern, welche Lösung zu Ihrer Situation passt.
Quellen: Zelig R et al., Tooth Loss and Nutritional Status in Older Adults: A Systematic Review and Meta-analysis, JDR Clin Trans Res 2022; Volkert D et al., ESPEN guideline on clinical nutrition and hydration in geriatrics, Clin Nutr 2019; Feine JS et al., McGill Consensus Statement on Overdentures, Gerodontology 2002; Thomason JM et al., York Consensus Statement, Br Dent J 2009.
Alternativen zum Implantat
- Brücke: Die Nachbarzähne werden beschliffen und tragen den Ersatzzahn. Sinnvoll, wenn die Nachbarzähne ohnehin Kronen brauchen.
- Herausnehmbare Prothese: günstiger, aber weniger stabil beim Kauen. Die Kasse leistet einen Zuschuss.
- Lücke belassen: Manchmal möglich, oft wandern aber die Nachbarzähne in die Lücke oder kippen.
Wir besprechen mit Ihnen alle Möglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen. Die Entscheidung treffen Sie.
Kosten und Krankenkasse
Implantate sind eine Privatleistung. Die Kosten hängen von der Zahl der Implantate, einem allfälligen Knochenaufbau und dem Zahnersatz darauf ab. Sie erhalten vor Beginn einen schriftlichen Kostenvoranschlag, aufgeschlüsselt nach Behandlungsschritten. Zuschüsse der Kassen: Die BVAEB zahlt je Implantat 350 €, wenn statt einer notwendigen herausnehmbaren Prothese festsitzender Zahnersatz gewählt wird, und 700 €, wenn Implantate zur Verankerung einer Prothese notwendig sind, jeweils bis zu 80 % der Kosten. ÖGK (539,80 €) und SVS (700 € je Implantat) leisten Zuschüsse nur in medizinischen Sonderfällen, etwa bei stark abgebautem Kieferknochen im zahnlosen Kiefer oder angeboren fehlenden Zähnen. Wir prüfen das für Ihren Fall.
Nach dem Eingriff
Das Setzen eines Implantats verursacht in aller Regel deutlich weniger Beschwerden als das Ziehen eines Zahns. Im Alltag und beim Sport sind Sie in der Regel nicht eingeschränkt. Bitte nicht rauchen, denn Rauchen stört das Einheilen. Die Nähte entfernen wir nach etwa einer Woche. Nach größerem Knochenaufbau geben wir Ihnen eigene Verhaltensregeln mit.
Pflege und Haltbarkeit
Ein Implantat kann keine Karies bekommen, aber das Zahnfleisch rundherum kann sich entzünden. Unbehandelt kann das zu Knochenabbau führen (Periimplantitis). Deshalb sind gründliches Putzen mit Zwischenraumbürsten, regelmäßige Kontrollen und professionelle Mundhygiene wichtig, in der Regel zweimal im Jahr. So halten Implantate viele Jahre. Mundhygiene
Häufige Fragen
Tut das Setzen eines Implantats weh?
Nein. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Unsere Patient:innen beschreiben, dass sie beim und nach dem Setzen eines Implantats, anders als nach dem Ziehen eines Zahns, praktisch keine Beschwerden haben. Auch Sport ist in der Regel ohne Einschränkung möglich.
Habe ich während der Behandlung Zähne?
Ja. Bei uns gehen Sie nie ohne Zähne nach Hause. Je nach Situation bekommen Sie gleich festsitzenden oder abnehmbaren Zahnersatz aus unserer hauseigenen Zahntechnik.
Wie lange dauert es bis zum fertigen Zahn?
Nach dem Setzen braucht das Implantat etwa zwei Monate, um mit dem Knochen zu verwachsen. Muss vorher ein Zahn entfernt werden, kommen rund zwei Monate Heilung dazu, außer bei einem Sofortimplantat. Nach größerem Knochenaufbau dauert es länger.
Bin ich zu alt für ein Implantat?
Nein. Man ist nie zu alt, um gut kauen und uneingeschränkt essen zu können. Gerade im Alter ist eine gute Ernährung wichtig, und dafür braucht es Zähne, die fest sitzen. Entscheidend für ein Implantat sind Knochen, Zahnfleisch und Allgemeinzustand, nicht das Geburtsjahr.
Was ist eine schablonengeführte Implantation?
Das Implantat wird vorab am Computer geplant. Eine Bohrschablone aus unserem Praxislabor führt den Bohrer beim Eingriff genau an die geplante Stelle und in den geplanten Winkel.
Warum eine 3D-Aufnahme?
Sie zeigt im Gegensatz zum normalen Röntgenbild die Breite des Knochens und den Verlauf der Nerven. So können wir die Position sicher planen.
Kann ich mit einem Implantat in die MRT?
Titanimplantate sind in der Regel kein Problem. Sagen Sie bei der Untersuchung trotzdem, dass Sie ein Implantat haben.
